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30.09.2010 |

Der Roboter als (Zahn-)Bürstenmacher

Jeder braucht sie hoffentlich täglich – doch kaum einer weiss, wie viel Innovation und Automation in einer Zahnbürste stecken. Um auf dem hart umkämpften Weltmarkt konkurrenzfähig zu sein, setzt die Schweizer Marktführerin Trisa auf eine hoch automatisierte Produktion. Dabei helfen ABB-Roboter tatkräftig mit.

Der ABB-Roboter etikettiert die Zahnbürstenserien, kontrolliert und bereitet sie für den Versand auf.

In den grossen, hellen Produktionshallen herrscht grosse Geschäftigkeit. Hoch automatisierte Anlagen sind dabei, im Spritzgussverfahren Zahnbürstengriffe in verschiedensten Farben und Kombinationen herzustellen. In einer anderen Halle werden Borsten wie mit einer Nähmaschine in den Bürstenkopf gestanzt, geschliffen und abgerundet. Ein paar Damen in Arbeitskleidung überwachen den Vorgang. Weiter hinten rutschen fertige Zahnbürsten automatisch in eine vorgeformte PET-Folie; die Verpackung wird geschnitten und verschlossen, bevor sie für die Verkaufs­läden versandfertig gemacht werden.

Rund eine Million Zahnbürsten verlassen so jeden Tag die Produktionsanlagen der Firma Trisa. Das Schweizer Unternehmen ist eines der innovativsten und erfolgreichsten auf dem Markt. Trisa ist ein Familienbetrieb mit über 1000 Mitarbeitenden, einem jährlichen Absatz von 250 Millionen Zahnbürsten und einem Umsatz von 235 Millionen Franken (2008). Rund 83 Prozent der Produktion gehen in den Export. Produziert wird ausschliesslich in der Schweiz.

Trisa ist Technologieleaderin

Damit ein solches in einem Hochpreisland hergestelltes Massengut auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig sein kann, investiert das Unternehmen intensiv in neue Produkte. Trisa versteht sich denn auch in der Branche als Innovations- und Technologieleaderin. Komplexe Mehrkomponententechnologien für die Griffe werden ebenso entwickelt wie flexible Bürstenköpfe und verschiedenste Anordnungen der Borsten. Neben Innovation wird sehr stark auf Automation gesetzt. Trisa ist neben der Migros das Unternehmen in der Schweiz, das seine Produktion am meisten mit ABB-Robotern automatisiert hat. «Und trotzdem haben wir in den letzten 14 Jahren, seitdem wir die ersten Roboter installierten, mehrere Hundert Stellen geschaffen», wie Fischbacher unterstreicht. Bis Ende 2009 wurden 57 ABB-Roboter an Trisa geliefert, davon alleine im abgelaufenen Jahr acht Stück, ein IRB 1600 und sieben IRB 140, für die Automatisierung weiterer Produktionslinien.

ABB-Roboter helfen verpacken

Die kleinen, sechsachsigen IRB 140 werden heute bei der Zahnbürstenherstellung vor allem im Zwischenprozess nach dem Borstenstanzen eingesetzt: Die hängend montier­ten Roboter legen die Zahnbürsten in ein Logistiktray und stapeln diese für die Weiterverarbeitung in der Endverpackung. Aufgrund seiner Handhabungskapazität von sechs Kilogramm und seiner Reichweite von 810 mm ist der zweitkleinste ABB-Roboter vielseitig einsetzbar und sein nach hinten schwingender Oberarm erlaubt einen Arbeitsbereich der ersten Achse von 360°. Die vollständig innen liegende Verkabelung macht den IRB 140 zudem sehr flexibel und die Kollisionserkennung mit Freifahrbewegung sorgt für zusätzliche Sicherheit. Der etwas grössere IRB 1600 mit einer Reichweite von bis 1,45 Metern wird bei Trisa vor allem bei Handlingsaufgaben in der Endverpackung eingesetzt. Der schnelle, vielseitige und robuste Alleskönner zeichnet sich durch seinen erweiterten Arbeitsbereich, grosse Bahngenauigkeit sowie ebenfalls hohe Integrations- und Fertigungsflexibilität aus. Beide Roboter – der IRB 140 wie auch der IRB 1600 – eignen sich neben der Materialhandhabung und dem Verpacken auch für robustere Anwendungen in den Bereichen Montage, Maschinenbedienung oder Spritzen.

Über Jahre enge Zusammenarbeit

ABB liefert die Roboter in Blau – der Hausfarbe des Luzerner Unternehmens. Hansjörg Hunziker, Leiter Softwareengineering  bei Trisa, integriert sie in die bestehenden oder neuen Produktionssysteme und programmiert sie dann wie ein Systemintegrator selber. «Die ABB-Steuerung lässt sich gut mit unseren SPS-Schnittstellen vereinen. Wir produzieren zum Teil auch Kleinstserien. Daher ist es wichtig, dass wir unsere Anlagen schnell und flexibel umrüsten und die Robotertätigkeit jeweils an unterschiedliche Anforderungen anpassen können», erklärt Hunziker.

Diese grundlegende Programmierung lässt sich später einfach erweitern, sollten sich die Marktbedürfnisse oder Kundenwünsche ändern. Trisa arbeitet schon seit über 14 Jahren mit ABB zusammen. Dem Bürstenhersteller sind neben dem guten Preis-Leistungs-Verhältnis der wartungsarmen Roboter auch das Know-how der ABB-Spezialisten und der partnerschaftliche Umgang wichtig. So schätzt Hunziker etwa den schnellen Service, die gute Unterstützung sowie die Möglichkeit, verschiedene Applikationen in einem ersten Test gemeinsam simulieren zu können. Auch Roland Eschmann, Leiter Marketing bei ABB Robotics, lobt das gute Miteinander: «Mit Trisa ist die Zusammenarbeit über die Jahre gewachsen und geprägt von gegenseitigem Vertrauen.»

Unterstützung durch ABB-Spezialisten

Die bei Trisa eingesetzten ABB-Roboter haben sich all die Jahre bewährt und arbeiten zuverlässig. So zum Beispiel auch der bereits früher gelieferte IRB 2400, der weltweit meist eingesetzte Industrieroboter seiner Art mit einer Reichweite von bis 1,8 Metern  und einer Handhabungskapazität von bis 7 bis 20 Kilos. Er packt jeweils sechs in Folie verpackte Zahnbürstenserien in einer gewissen Ordnung, nimmt oben Etiketten, klebt sie auf und stellt die fertigen Verpackungen in einen Wellkartonrechen. Zusätzlich kontrolliert er, ob keine Verpackung bei diesem Vorgang vergessen ging. Seinem Sensor-Auge entgeht nichts – damit der Endkunde im Laden dann die richtige Zahnbürste für seine Bedürfnisse aussuchen kann. Denn Zahnbürste ist nicht gleich Zahnbürste.

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